Ein ganz besonderer Adventskalender

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Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventskalender

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung

Vorgeschichte – Opas Adventskalender

Im Dezember stand Mona immer besonders gern auf. Noch vor dem Anziehen öffnete sie ein Türchen ihres Adventskalenders. Darauf freute sie sich jeden Morgen. Einmal, weil sie Schokolade so gern mochte. Aber auch, weil Weihnachten wieder einen Tag näher gerückt war.

Dieses Jahr hatte Opa ihr einen Adventskalender nur mit Bildern geschenkt. Zuerst war Mona nicht sonderlich begeistert. Ein Schokoladenkalender wäre ihr tausendmal lieber gewesen.

Natürlich wollte sie Opa nicht zeigen, dass sie enttäuscht war, doch er merkte es trotzdem. „Du wirst sehen, Mona“, munterte er sie auf, „das ist ein ganz besonderer Kalender. Die Bildchen sind bestimmt wunderhübsch. Als ich ungefähr in deinem Alter war, hatte ich auch mal so einen. Ich erinnere mich noch genau: Es war die spannendste Adventszeit, die ich je erlebt habe.“

Mona betrachtete den Kalender. Besonders spannend sah er nicht aus, aber ganz nett. Er war ziemlich groß. Ein kunterbunter Weihnachtsbaum war darauf abgebildet, der über und über mit Kerzen, Girlanden, Schleifen und Kugeln geschmückt war. Auf der Spitze steckte ein goldener Stern. Unter dem Tannenbaum lagen viele in buntes Papier eingewickelte Geschenke mit großen Schleifen.

„Vielen Dank, Opa“, sagte sie höflich. „Ich bin schon gespannt auf die Bilder hinter den Türchen.“

Und das stimmte – zumindest halbwegs.

***

… Das ist der Anfang des Buches / eBooks „Ein ganz besonderer Adventskalender„. Dann folgt zu jedem der 24 Adventskalendertürchen eine Geschichte. Wer wissen möchte, warum Monas Adventskalender wirklich ein ganz besonderer Adventskalender ist, findet die Antwort in dem Buch / eBook

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungEva Markert
Ein ganz besonderer Adventskalender
Eine Weihnachtserzählung
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-19-7 (Buch)
ASIN B00N6OASHC (eBook Amazon Kindle)

Zuerst ist Mona enttäuscht, als sie von ihrem Opa einen Adventskalender mit Bildchen geschenkt bekommt. Einer mit Schokolade wäre ihr lieber gewesen. Doch schon am 1. Dezember wird klar: Mit diesem Adventskalender hat es etwas Geheimnisvolles auf sich, denn die Dinge, die hinter den Türchen abgebildet sind, werden Wirklichkeit! So erlebt Mona jeden Tag eine Überraschung – und die tollste wartet am Heiligen Abend auf sie.
Eine weihnachtliche Erzählung zum Vorlesen und Selberlesen für Groß und Klein.

*

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01. Dezember: Der Mond

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01. Dezember — Der Mond

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungAls Mona am 1. Dezember aufwachte und das Licht anknipste, fiel ihr Blick sofort auf den Adventskalender. „Schade! Keine Schokolade“, dachte sie, und: „Juhu! Heute darf ich das erste Türchen aufmachen.“

Sie sprang aus dem Bett und tapste auf bloßen Füßen hin. Es war gar nicht einfach, auf dem großen Bild die Nummer 1 zu finden und das Türchen aufzuknibbeln.

Mama kam herein und sah zu.

„Oooh“, machten beide bewundernd, als Mona das Türchen endlich aufbekam. Ein kugelrunder Mond mit roten Wangen, langer Nase und freundlichen Augen lachte ihnen entgegen.

„So ein tolles Bild hatte ich noch nie im Adventskalender“, meinte Mona. „Es sieht aus, als könnte man den Mond anfassen und aus dem Bild herausnehmen.“

„Und schau mal, wie wunderbar die Farben leuchten“, rief Mama, „das Gelb, und dieses Rot …“

Mona guckte sich das Bild an diesem Tag noch öfter an. Das tat sie bei Schokoladenkalendern nie.

Als sie abends ins Bett gehen wollte – oder besser gesagt, als sie ins Bett gehen musste –, geschah etwas sehr Merkwürdiges. Sie öffnete die Tür zu ihrem Zimmer und schrie auf. Vor Schreck, vor Überraschung, vor Freude – alles gleichzeitig!

Im Zimmer war es schummrig. Jemand hatte die Vorhänge zugezogen, sodass kein Licht von draußen hereinfiel. Und über ihrem Bett …

„Mama!“, schrie Mona. „Komm mal ganz schnell her!“

Über ihrem Bett leuchtete ein rundes, gelbes Gesicht mit roten Wangen, freundlichen Augen und einem lachenden Mund: ein Mond, genauso einer wie in Opas Adventskalender!

„Nanu? Wo kommt denn diese Laterne her?“, wunderte sich Mama.

„Hast du sie nicht aufgehängt?“

„Nein.“

„Oder Papa?“

„Der auch nicht. Er war die ganze Zeit mit mir im Wohnzimmer.“

Mona starrte den Mond an. „Das verstehe ich nicht.“

„Das ist fast ein kleines Wunder“, meinte Mama.

„Können wir die Laterne heute Nacht brennen lassen?“

„Ja, sicher!“

Mona kletterte eilig ins Bett. Bestimmt machte das Einschlafen beinahe Spaß, wenn man dabei eine leuchtende Mondlaterne angucken konnte.

Und so war es auch.

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Die vollständige Geschichte gibt es als Taschenbuch und als eBook.

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungEva Markert
Ein ganz besonderer Adventskalender
Eine Weihnachtserzählung
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-19-7 (Buch)
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Eva Markert, Weihnachten, Advent, Adventskalender, Adventskalendergeschichten, Kindergeschichte, Weihnachtsgeschichte, Weihnachtserzählung, Mond, Mondlaterne, Schokolade, Schokoladenkalender

02. Dezember: Das Haus im Schnee

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02. Dezember — Das Haus im Schnee

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungAls Mona am nächsten Morgen aufwachte, war die Mondlaterne nicht mehr da. Sie blinzelte. Hatte sie das alles nur geträumt?
Allerdings erinnerte sich Mama ebenfalls an die Laterne. Und Papa auch. Konnten mehrere Leute in derselben Nacht haargenau denselben Traum haben? War so was möglich? Ihre Eltern zumindest glaubten es nicht. „Die Laterne war echt“, meinten sie.

An diesem Tag zeigte das Bild in Monas Adventskalender ein kleines Haus unter Tannen. Es sah gemütlich aus, wie es so beschützt von den hohen Bäumen dastand. Die Fenster waren erleuchtet, aus dem Schornstein stieg Rauch auf. Es schneite. Weiche, kuschelige Schneepolster bedeckten die Zweige und das Dach. Mona stellte sich vor, wie es drinnen war: hell und warm. Die Familie saß beim Essen. Sicher hatten sie einen Hund, der zu Füßen des Mädchens lag. Und eine Katze. Und einen Wellensittich. Er hockte in seinem Käfig, schaute der Familie beim Essen zu und beteiligte sich krächzend am Gespräch. Im Zimmer des Mädchens stand noch ein Käfig. Darin lebte ein Meerschweinchen. Oder nein – lieber ein Kaninchen.

Mona mochte Tiere ja sooo gern! Wenn sie wenigstens eins haben könnte! Sie seufzte.

„Was hast du, mein Schatz?“, fragte Mama.

„Ich stelle mir gerade vor, wie es ist, in diesem Haus zu wohnen.“ Mona zeigte auf das Bild. „Bestimmt haben sie ganz viele Tiere.“

„Das ist schon möglich“, antwortete Mama. „Sie leben in einem Haus im Wald und nicht, wie wir, in einer Mietwohnung in der Stadt.“

„Ich weiß, dass wir keine Tiere haben dürfen“, antwortete Mona betrübt. „Aber ich kapier das nicht. Andere Leute haben doch auch welche.“

„Herr Mieslich erlaubt es nicht.“

„Wieso kann er das bestimmen?“

„Weil ihm dieses Haus gehört. Und weil es im Mietvertrag steht, den wir unterschrieben haben.“

„Warum habt ihr das gemacht?“

„Weil wir froh waren, dass wir eine schöne Wohnung gefunden hatten. Und“, sie strich Mona über den Kopf, „weil wir damals nicht wussten, dass wir ein kleines Mädchen bekommen würden, das Tiere so sehr mag.“

„Magst du Tiere denn nicht?“

„Doch. Ich hätte auch gern eins. Wenn Herr Mieslich nicht wäre.“

Als Mona nach dem Frühstück in ihr Zimmer kam, stutzte sie. Auf dem Tisch lag etwas, was sie nie zuvor gesehen hatte. Eine Kugel, und darin eingeschlossen war ein Häuschen unter Tannen. Es sah beinahe aus wie das Bild in ihrem Adventskalender. Der Boden war schneebedeckt, und als Mona die Kugel schüttelte, begann es auf das kleine Haus und die Tannen zu schneien.
War das toll! Immer wieder ließ sie die Flocken wirbeln. Wenn sie die Kugel ganz dicht vor die Augen hielt, konnte sie sich vorstellen, mittendrin zu sein.

„Woher hast du diese hübsche Schneekugel?“, fragte Mama.

Mona riss verdutzt die Augen auf. „Hast du sie nicht auf meinen Tisch gelegt?“

Mama schüttelte den Kopf. Nachdenklich schaute sie Mona an. „Erst die Mondlaterne, jetzt diese Schneekugel. Ich muss schon sagen: Das ist seltsam.“

Mona fand das auch. Es war seltsam und sehr, sehr aufregend. Abends legte sie die Schneekugel auf ihren Nachttisch. Am nächsten Morgen war sie verschwunden – genauso wie die Mondlaterne am Tag zuvor.

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Die vollständige Geschichte gibt es als Taschenbuch und als eBook.

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Eine Weihnachtserzählung
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-19-7 (Buch)
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03. Dezember: Der karierte Anzug

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03. Dezember — Der karierte Anzug

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungMona besaß einen Teddybären, einen ziemlich großen. Er war dunkelbraun und hieß Theo. Um den Hals trug er eine rote Schleife, die schon ziemlich ausgefranst war. Seit sie sich erinnern konnte, saß er tagsüber auf ihrem Bett und wartete geduldig auf sie. Wenn sie abends schlafen ging, knuffelte sie ihn oder legte ihren Kopf auf seinen weichen Bauch. Ohne Theo würde sie bestimmt nicht einschlafen können.

Heute war in Opas Adventskalender ein Teddybär abgebildet. Er sah aus wie Theo, nur hatte er keine rote Schleife, sondern trug einen schwarz-weiß-rot karierten Anzug.

Mona lief zu Mama hin. „Theo ist im Adventskalender“, erzählte sie. „Ich wünschte, er hätte auch so einen Anzug wie der Teddy auf dem Bild.“

„Vielleicht trägt er lieber eine rote Schleife“, meinte Mama.

Mona wollte Theo fragen – doch als sie ins Kinderzimmer trat, blieb sie wie angewurzelt stehen. Das gab’s doch gar nicht! Sie rieb sich die Augen. Aber sie täuschte sich nicht: Ihr Teddy hatte urplötzlich einen schwarz-weiß-rot karierten Anzug an.

Mama war genauso fassungslos wie sie. „Was ist bloß los hier in letzter Zeit?“, fragte sie.

„Ich glaube, es hat was mit dem Adventskalender zu tun.“ Mona presste den Teddybären an sich. „Glaubst du, Theo darf seinen Anzug behalten?“

„Schön wäre es ja“, erwiderte Mama, „aber denke an die Mondlaterne und die Schneekugel. Die waren am nächsten Tag weg.“
„Mist!“, dachte Mona. Theo sah nämlich richtig schick aus in seiner neuen Kleidung.

Deswegen versteckte sie ihn abends unter ihrer Bettdecke. Doch leider nützte es nichts. Am nächsten Morgen saß er auf seinem alten Platz am Kopfende, ohne Anzug und mit der ausgefransten roten Schleife um den Hals.

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04. Dezember: Das Weihnachtskarussell

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04. Dezember — Das Weihnachtskarussell

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungDas vierte Bild in Opas Adventskalender gefiel Mona besonders: Es zeigte ein buntes Weihnachtskarussell mit Pferden und Eseln, mit Wagen, vor die Holzpferde gespannt waren, und Schlitten, die von Rentieren gezogen wurden. Auf der Spitze des Karussells prangte ein goldener Stern. Mona stellte sich vor, wie sich das Karussell im Kreis drehte, und wenn sie die Augen zumachte, konnte sie sogar ganz leise die Musik hören, die dazu spielte.

„Ich glaube nicht, dass gleich in meinem Kinderzimmer ein Karussell steht“, sagte sie beim Frühstück zu Mama.
Die lachte. „Das glaube ich auch nicht. Wundern würde mich inzwischen allerdings nichts mehr.“

Vielleicht weil sie das gesagt hatte, war Mona ein wenig enttäuscht, dass den ganzen Morgen nirgendwo ein Karussell auftauchte.

„Einen Tag lang ein Karussell ganz für mich allein, das wäre super!“, sagte sie zu Mama.

„Na ja“, meinte die, „wenn du dich stundenlang im Kreis drehen würdest, wäre dir am Ende bestimmt schlecht. Ich denke, es ist besser, dass hier kein Karussell herumsteht.“

Mona kam eine Idee. Möglicherweise war ja kein echtes Karussell gemeint, sondern ein Spielzeug-Karussell, eins für die Puppen, die in der Puppenstube wohnten. Schnell schaute sie überall nach, sogar unter dem Bett und im Schrank. Doch nirgendwo war ein Puppenkarussell versteckt.

„Ich dachte, Opas Adventskalender wäre ein Zauberkalender“, murrte sie.

„Mensch, Mona“, rief Mama, „du glaubst doch nicht etwa an Zauberei?“

„Doch. Du nicht?“

Mama überlegte. „Nein, an Zauberei glaube ich nicht“, antwortete sie. „An Wunder dagegen schon. Vor allem zur Weihnachtszeit. Und was Opas Adventskalender betrifft: Der Tag ist ja noch nicht zu Ende. Aber nun komm, ich habe noch etwas in der Stadt zu erledigen.“

„Au ja!“ Mona ging gern in die Stadt, vor allem in der Weihnachtszeit, wenn die Straßen mit Tannengirlanden geschmückt waren und mit Sternen, die so schön von innen leuchteten.

„Sollen wir uns noch den Weihnachtsmarkt angucken?“, schlug Mama hinterher vor.

Damit war Mona auch sofort einverstanden. Als sie neben Mama die Hauptstraße entlanglief, hörte sie schon von Weitem die fröhlich scheppernde Musik eines Karussells. Mona kannte die Melodie: Es war „Frö-hö-liche Weihnacht überall“.

Aufgeregt zog sie Mama weiter, bis sie vor dem wundervollsten Weihnachtskarussell standen, das sie je gesehen hatte: Da gab es Holzpferde und Esel, die auf und nieder wippten, während sich das Karussell drehte. Man konnte sich auch in Kutschen setzen oder auf Schlitten, die von Rentieren gezogen wurden.

„Mama, darf ich?“

„Aber sicher, mein Schatz.“ Mama drückte ihr eine Münze in die Hand.

Mona lief zu dem alten Mann, dem das Karussell gehörte. Er lächelte ihr entgegen, als ob er auf sie warten würde. „Bist du die Mona?“, fragte er.

Mona nickte verwundert.

„Hier habe ich was für dich.“ Er hielt ihr einen Umschlag hin.

Monas Finger zitterten ein wenig, als sie ihn öffnete. Darin war eine weiße Karte, auf der nichts stand. Nur in der Mitte klebte ein goldener Stern.

„Was ist das?“

„Eine ganz besondere Karte. Damit darfst du sooft Karussell fahren, wie du willst.“

Staunend blickte Mona zu ihm auf. „Woher haben Sie die? Und woher wissen Sie, wie ich heiße?“

Der alte Mann lächelte erneut. „Das bleibt mein Geheimnis.“

Mona bekam ein ganz eigenartiges Gefühl. Ein Schauer lief ihr über den Rücken.

„Worauf willst du denn zuerst fahren?“, fragte der alte Mann.

Alle Wagen und Tiere gefielen Mona. Sie wusste gar nicht, was sie nehmen sollte. Zuerst setzte sie sich auf einen Schlitten, in der nächsten Runde in eine Kutsche und danach suchte sie sich ein Holzpferd aus. Schließlich kletterte sie auf einen Esel, der ein ganz liebes Gesicht hatte, und bei dem blieb sie.

Das Karussell fuhr und fuhr. Jedes Mal, wenn sie an Mama vorbeikam, winkte sie ihr zu und Mama winkte zurück. Zwischendurch hielt das Karussell kurz an, damit auch andere Kinder aufsteigen konnten, und als es wieder einmal stehen blieb, merkte Mona, dass ihr ein bisschen schwindlig war. Sie stieg von ihrem Esel herunter und musste sich schnell an ihm festhalten, sonst wäre sie umgefallen. Sie umhalste ihn. „Auf Wiedersehen, du lieber Esel“, flüsterte sie ihm ins Ohr. „Und vielen, vielen Dank, dass ich so oft auf dir reiten durfte.“

An Mamas Hand hüpfte sie nach Hause. „War das schön!“, rief sie. „Ich glaube, Opas Kalender ist ein Wunderkalender. Ein richtiger Weihnachts-Wunderkalender.“

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05. Dezember: Eine brennende Kerze

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05. Dezember — Eine brennende Kerze

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„Kerzen sind gefährlich“, warnte Mama oft. „Wenn man nicht aufpasst, gibt es schnell einen Brand. Das ganze Haus könnte in Flammen aufgehen.“

„Wenn eine Kerze brennt, muss immer ein Erwachsener dabei sein“, sagte auch Papa. „Vor allem darfst du niemals allein eine anstecken.“

Das hätte Mona sowieso nicht getan. Vor Streichhölzern hatte sie nämlich Angst. Es ratschte und zischte immer so gefährlich, wenn man eins anzündete, und sie hatte Angst, sich die Finger zu verbrennen. Kerzenlicht mochte sie jedoch sehr!

An diesem Morgen war im Adventskalender das Bild einer brennenden Kerze. „Falls es wirklich ein Wunderkalender ist“, dachte Mona, „bekomme ich heute eine brennende Kerze. Obwohl ich ja eigentlich keine haben dürfte.“

Immer wieder lief sie in ihr Zimmer, um nachzusehen, ob schon eine Kerze auf ihrem Tisch stand. „Falls ich wirklich eine kriege, bin ich ganz vorsichtig“, versprach sie ihren Eltern.

Doch bis zum Abend entdeckte sie keine Spur von einer Kerze.

Aber als Mama sie nach dem Baden ins Bett bringen wollte, war auf einmal im Kinderzimmer das Licht aus. Auf dem Nachttisch brannte eine rote Weihnachtsbaumkerze – genau so eine wie im Adventskalender. Sie stand zwischen Tannenzweigen in einem goldenen Kerzenhalter, der wie ein Stern aussah. Die Kerzenflamme flackerte ein wenig, Schatten huschten über die Bettdecke und tanzten an den Wänden.

Mona legte sich ins Bett und schaute ins Kerzenlicht. „Du musst jetzt bei mir bleiben, Mama“, sagte sie. „Kinder dürfen nicht allein im Zimmer sein, wenn eine Kerze brennt.“

Mama setzte sich zu ihr auf die Bettkante und erzählte ihr lange von früher, als sie selbst noch ein Kind war und mit Oma und Opa Weihnachten feierte.

„Fast wie wir“, murmelte Mona schläfrig. Die Kerze war inzwischen schon ein gutes Stück heruntergebrannt.

Kurz darauf schlief Mona ein.

Am nächsten Tag suchte sie überall nach dem goldenen Kerzenhalter, der wie ein Stern aussah. Sie fand jede Menge Streichhölzer, sogar einen Karton mit roten Kerzen, in dem eine Kerze fehlte, und ein paar Tannenzweige auf dem Balkon. Nur den Kerzenhalter, den fand sie nicht.

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06. Dezember: Nikolaus

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06. Dezember — Nikolaus

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungAm Abend vor Nikolaus stellte Mona einen Schuh in den Flur, damit der Nikolaus ihn nachts mit Süßigkeiten füllen konnte.

„Was morgen in Opas Adventskalender ist, kann ich mir denken“, verkündete sie. „Ein Nikolaus. Und ich weiß auch schon, wo ich einen finden werde: in meinem Schuh.“

Papa lachte. „Was haben wir doch für ein schlaues Kind!“

„Woher willst du das eigentlich wissen?“, erkundigte sich Mama.

„Weil in jedem Kalender am 6. Dezember ein Nikolaus ist. Und weil der mir immer Schokoladennikoläuse bringt.“

In diesem Jahr geschah jedoch etwas Ungewöhnliches. Zwar war in ihrem Kalender tatsächlich ein Nikolaus abgebildet. In ihrem Schuh jedoch und darum herum lag alles Mögliche: Schokoladenkugeln, Pfeffernüsse, Smarties, Gummibärchen, aber nicht ein einziger Schokoladennikolaus.

„Das kapier ich nicht.“ Mona betrachtete die Sachen. „Warum hat der Kalender mir heute gezeigt, was ich nicht bekomme?“

„Was nicht ist, kann ja noch werden“, meinte Mama.

Doch Mona konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, woher sie jetzt noch einen Schokoladennikolaus kriegen sollte.

Nachmittags klingelte es. Wer konnte das sein? Neugierig stand Mona auf dem Treppenabsatz und schaute hinunter.

„Opa!“, jauchzte sie und hüpfte vor Freude. „Ich wusste ja gar nicht, dass du heute kommst!“

„Das wusste ich bis heute Morgen auch nicht“, lachte Opa. „Hier. Das hat mir der Nikolaus für dich mitgegeben.“

Er drückte Mona einen Schokoladennikolaus in den Arm. So einen riesigen hatte Mona noch nie gesehen! Richtig schwer war der! Sie stellte ihn auf ihren Nachttisch, wo er sogar die Nachttischlampe überragte.

„Ich müsste dich schnell aufessen“, flüsterte sie. „Denn morgen bist du bestimmt weg, wie all die anderen Sachen, die im Adventskalender waren.“

Der Nikolaus lächelte. Er hatte ein unglaublich fröhliches und freundliches Gesicht. Mona brachte es einfach nicht übers Herz, ihn auszuwickeln und anzubeißen.

Opa kam herein. „Und? Wie gefällt dir dein Adventskalender?“, fragte er augenzwinkernd.

Mona kletterte auf seinen Schoß und berichtete ihm von der Mondlaterne, der Schneekugel, Theos Anzug, dem Karussell und der Kerze.

Opa hörte aufmerksam zu. „Meine Mutter hat mir auch mal so einen Weihnachts-Wunderkalender geschenkt“, erzählte er. „Sie hatte ihn in einem Trödelladen entdeckt. Und als ich neulich an einem Trödelladen vorbeikam, in dem es Adventskalender gab, habe ich mich daran erinnert und einen für dich mitgenommen.“

Mona umarmte ihn und dachte, dass ihr Opa bestimmt der allerliebste Opa war, den es auf der ganzen weiten Welt gab.

Bevor an diesem Abend das Licht ausgemacht wurde, flüsterte sie ihrem Schokoladennikolaus zu: „Auf Wiedersehen, du lieber Nikolaus. Ich wünschte, ich dürfte dich behalten.“

Der Nikolaus lächelte, und als Mona aufwachte, stand er immer noch auf ihrem Nachttisch.

„Juhu!“, jubelte Mona. „Du bist bei mir geblieben! Aber aufessen kann ich dich nicht. Dafür habe ich dich viel zu gern.“

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07. Dezember: Sterne

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07. Dezember — Sterne

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„Wie könnten Sterne in unsere Wohnung kommen?“, erkundigte sich Mona.

„Merkwürdige Frage!“ Verwundert blickte Mama sie an. „Sterne stehen doch normalerweise am Himmel.“

„Irgendwie muss es gehen. Heute sind nämlich viele goldene Sterne in Opas Adventskalender.“

„Ach so, das meinst du. Lassen wir uns überraschen.“

„Ob ich Schokoladensterne kriege?“, überlegte Mona laut. „Solche wie die, die Weihnachten im Tannenbaum hängen? Die würde ich aber vorsichtshalber sofort aufessen. Nur nicht, wenn Opa sie vom Christkind bekommen hat.“

„Nun begreife ich gar nichts mehr.“

„Das ist doch ganz einfach. Nur den Schokoladennikolaus, den der echte Nikolaus Opa für mich mitgegeben hat, durfte ich behalten. Alles andere war am nächsten Morgen fort.“

Mama lächelte. „Ach so, jetzt verstehe ich. Na komm, lass uns erst mal frühstücken.“

Als Mona in die Küche trat, blieb sie wie angewurzelt stehen und starrte auf ihren Platz. Wunder-, wunderschön sah das aus! Da standen nämlich ein neuer Teller und ein Becher. Sie waren tiefblau und mit goldenen Sternchen übersät.

Auch Mama war begeistert, und Mona schmeckten der Kakao und das Marmeladenbrot gleich viel besser als sonst.

Aber das war noch nicht alles!

Kurz darauf rief ihre Mutter aus dem Wohnzimmer: „Mona! Schau dir das mal an!“

Auf dem Wohnzimmertisch stand ein prachtvoller Weihnachtsstern. Er hatte dichte, grüne Blätter und eine Menge leuchtendroter Blütensterne. Mama hatte keine Ahnung, wo der auf einmal herkam.

Und so ging es weiter, den ganzen Tag.

Mittags fand Mona neben ihrem Teller eine blaue Papierserviette mit goldenen Sternen.

Nachmittags bekam sie Lust zu basteln. Zusammen mit Mama machte sie Sterne aus Stanniolpapier, die auf der einen Seite blau und auf der anderen golden waren. Die hängten sie an langen Fäden über Monas Bett auf.

Abends lag plötzlich auf dem Esstisch eine dunkelblaue Tischdecke mit goldenen Sternen am Rand, die besonders Papa sehr gefiel.

„Das war ein richtiger Sternen-Tag“, stellte Mona fest. „Ein blau-goldener Sternen-Tag.“

„Stimmt nicht ganz“, wandte Mama ein. „Denk mal an den Weihnachtsstern im Wohnzimmer. Der ist rot-grün.“

Typisch Mama! Sie nahm immer alles so genau.

„Wie schafft der Adventskalender das bloß?“, fragte Mona ihre Eltern.

„Das möchten wir auch gern wissen. Irgendjemand muss ihm helfen.“

Mona stieß einen Seufzer aus. „Ich wünschte, mein neuer Teller und der Becher würden heute Nacht nicht abgeholt.“

„Ich würde den Weihnachtsstern auch gern behalten“, sagte Mama.

„Und ich die Weihnachtstischdecke“, fügte Papa hinzu.

Am nächsten Morgen waren Papas Tischdecke und Mamas Weihnachtsstern noch da. Und die Sterne, die sie gebastelt hatten, natürlich auch. Nur Monas Teller und Becher nicht – leider!

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08. Dezember: Flummis

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08. Dezember — Flummis

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„Och, wie doof!“, murmelte Mona.

„Mir gefällt‘s“, widersprach Mama.

Beide betrachteten die bunt geringelten Bälle auf dem Bild hinter dem achten Türchen.

„Ich habe genug Bälle. Mindestens drei. Was soll ich mit so vielen? Ich will lieber was anderes.“

Mama zog die Augenbrauen zusammen. „Wenn dich derjenige hört, der dem Adventskalender hilft … Das wäre peinlich.“

Mona presste die Lippen zusammen. Im Grunde wusste sie, dass Mama recht hatte. Bloß zugeben wollte sie das nicht.

Wenn sie geahnt hätte, was der Adventskalender ihr an diesem Tag schenken würde, hätte sie bestimmt den Mund gehalten.
Nämlich zwei knietschbunte Gummibälle, die nachmittags auf ihrem Kopfkissen lagen. Keine großen, sondern kleine. Und wie hoch die springen konnten! Es reichte, wenn man sie leicht auf den Boden warf, und schon hüpften sie bis zur Decke.

„Früher habe ich gern mit Flummis gespielt“, erzählte Mama. „Ich habe damit jonglieren geübt. Mal sehen, ob ich es noch kann.“

Sie warf mit der rechten Hand einen Ball in die Luft, dann mit der linken den anderen, gleichzeitig fing sie den ersten wieder auf. Erst fielen ihr die Bälle dauernd runter. Doch nach einer Weile klappte es besser.

„Lass mich auch mal!“, rief Mona.

Mama gab ihr die Bälle. Mona versuchte zu jonglieren, aber es klappte und klappte nicht. Sie wollte schon aufgeben, als sie es plötzlich doch schaffte, die Bälle ein paar Mal hintereinander in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen. War das ein tolles Gefühl!

Leider machte sie dann eine große Dummheit: Ihr war warm vom vielen Jonglieren und sie öffnete das Fenster. Eine noch größere Dummheit war, dass sie die Bälle direkt neben dem Fenster in die Luft warf.

Irgendwann geschah, was geschehen musste: Ein Flummi flog hinaus in den Garten.

Zunächst fand Mona das nicht weiter schlimm. Sie zog ihren Mantel über, lief hinaus und suchte ihn. Sie entdeckte alles Mögliche: eine Murmel im Blumenbeet, auf dem Gartenweg einen besonders glatten, runden Stein und im Gras einen Knopf, den sie im Sommer verloren hatte. Als sie in einem Haufen alter Blätter herumstocherte, hätte sie beinahe einen Igel aufgeweckt, der sich darin zu einer stachligen Kugel zusammengerollt hatte. Mona betrachtete ihn eine Weile, bevor sie ihn vorsichtig wieder mit Laub zudeckte.

Sie suchte weiter nach dem Flummi, doch der war wie vom Erdboden verschluckt.

„Womöglich ist er über die Mauer in Reineckes Garten geflogen“, überlegte Mama.

Mona klingelte bei den Nachbarn und Frau Reinecke half ihr suchen. Doch der Ball war futsch. „Tja“, meinte sie, „da musst du wohl mit nur einem Ball weiterspielen.“

Mona trottete zurück in ihren Garten und feuerte den Flummi mit voller Wucht ein paar Mal auf den Boden. Das tat sie, weil sie sich ärgerte und weil sie herausfinden wollte, wie hoch er springen konnte.

Danach schleuderte sie den Flummi hoch in die Luft. Sie wollte sehen, ob sie ihn so hoch wie das Dach werfen konnte. Sie konnte.

Auf diese Weise verlor sie auch den zweiten Ball. Er kam einfach nicht zurück, so als wäre er geradewegs in den Himmel hineingeflogen.

Betrübt schlich Mona zurück ins Haus. Auch wenn alle Geschenke des Adventskalenders über Nacht verschwanden – dass sie die Flummis verloren hatte, war einzig und allein ihre Schuld, und darüber ärgerte sie sich furchtbar.

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09. Dezember: Ein Schaukelpferd

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09. Dezember — Ein Schaukelpferd

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„Was ist heute in deinem Adventskalender abgebildet?“, erkundigte sich Mama.

„Ein Schaukelpferd. Wie das Schaukelpferd, das ich hatte, als ich klein war.“

„Sicher denkst du, du bist dafür zu groß.“

Ob Mama Gedanken lesen konnte? „Stimmt“, antwortete Mona. „Meinst du, ich kriege ein richtiges Pferd? Das wäre super! Ich mag Pferde sooooo gern!“

„Gibt es überhaupt irgendwelche Tiere, die du nicht sooooo gern magst?“, mischte Papa sich ein.

Mona nickte. „Dicke Fliegen sind eklig. Mücken mag ich nicht, weil sie stechen. Und Wespen. Huh, vor denen habe ich Angst. Aber die meisten Tiere finde ich süß, und manche mag ich besonders. Zum Beispiel Pferde.“

Papa grinste. „Und wo, bitteschön, sollten wir ein Pferd unterbringen? Auf dem Balkon vielleicht? Nein, nein, wenn du heute wirklich ein Pferd bekommen solltest, kann es nur ein Schaukelpferd sein.“

„Ein Schaukelpferd will ich nicht.“

„Mona!“ Mama warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu.

Mona wurde ein bisschen rot und guckte weg.

Von Zeit zu Zeit ging sie nachsehen, ob eine Art Pferd angekommen war. Doch weder im Kinderzimmer noch sonst irgendwo fand sich etwas, was man mit Pferden in Verbindung bringen konnte.

„Ich gehe einkaufen. Kommst du mit?“, rief Mama aus der Küche.

Da kam Mona ein Einfall. „Gehen wir wieder auf den Weihnachtsmarkt?“ Sie musste an das Karussell denken, auf dem es auch Pferde gab.

„Meinetwegen.“

Aber als sie auf dem Weihnachtsmarkt ankamen, sahen sie, dass der Platz, wo das Karussell gestanden hatte, leer war. Mama fragte einige Budenbesitzer. Niemand wusste etwas.

Dass weit und breit kein Pferd auftauchte, passte Mona gar nicht. Wenn sie ehrlich war, hätte sie sogar halbwegs Lust gehabt, auf einem Schaukelpferd zu reiten – ein oder zwei Mal. Auf jeden Fall wäre das besser gewesen als nichts.

„Glaubt ihr, dass Opas Wunderkalender plötzlich ein normaler Kalender geworden ist?“, fragte sie beim Abendessen.

„Das kann nicht sein. Ein echter Wunderkalender ist und bleibt ein Wunderkalender“, erwiderte Mama.

Mona fragte sich, ob ihr Wunderkalender vielleicht kein echter war.

„Könnte es einen Grund geben, warum du heute nichts bekommst?“, wollte Papa da wissen.

Mona überlegte. War der Kalender böse auf sie, weil sie am Morgen wieder gemault hatte?

Nach dem Essen brachte Mama sie ins Bett. Plötzlich lachte sie und fragte: „Sag mal, bist du blind? Ich sehe das Schaukelpferd auf den ersten Blick!“

„Wo?“ Mona guckte sich um.

„Schau mal auf das unterste Regal.“

Ja, da lag was! Etwas Viereckiges, Flaches. Mona stürzte hin. Es war eine CD, und auf der Hülle war ein Schaukelpferd abgebildet, mit grünem Sattel und Zügeln.

Mama nahm die CD in die Hand. „Das ist eine Weihnachtslieder-CD. Willst du sie beim Einschlafen hören?“

Selbstverständlich wollte Mona das!

Die meisten Lieder kannte sie. „Ihr Kinderlein, kommet“, „O Tannenbaum“, „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ … Leise sang sie mit, und die Strophen, die sie nicht konnte, summte sie mit.

Nach einer Weile steckte Mama den Kopf zur Tür herein. „Da hat der Kalender aber eine gute Idee gehabt, was?“

„Mm“, murmelte Mona und gähnte, „die CD ist toll. Damit kann man so schön auf das Einschlafen warten.“

***

Die vollständige Geschichte gibt es als Taschenbuch und als eBook.

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungEva Markert
Ein ganz besonderer Adventskalender
Eine Weihnachtserzählung
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-19-7 (Buch)
ASIN B00N6OASHC (eBook Amazon Kindle)

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10. Dezember: Ein Buch

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10. Dezember — Ein Buch

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungLeider war die CD am nächsten Morgen fort. „Das finde ich blöd!“, beschwerte sich Mona. „Ich konnte gar nicht alle Lieder hören, weil ich vorher eingeschlafen bin.“

Da fiel ihr etwas ein. Wozu hatte sie eine Spardose? Erst neulich hatte der Opa fünf Euro reingesteckt.

„Mama, ich kann mir die CD doch von meinem Geld kaufen!“, rief sie aufgeregt.

„Hm.“ Mama überlegte. „Ich kenne den Titel nicht genau. Irgendwas mit ‚Weihnachtslieder.‘ Wenn ich wenigstens wüsste, wie der Chor heißt!“

„Komm, wir fragen trotzdem mal im Laden.“

Leider kannte der Verkäufer keine CD mit Weihnachtsliedern in einer Hülle, auf der ein Schaukelpferd abgebildet war.

„Sei nicht traurig“, versuchte Mama sie auf dem Heimweg zu trösten. „Wir halten die Augen offen. Vielleicht sehen wir die CD mal zufällig irgendwo.“

„Das glaube ich nicht“, erwiderte Mona. „Opas Adventskalender ist ein Wunderkalender. Deshalb muss auch die CD eine Wunder-CD sein. Und Wunder-CDs kann man bestimmt nicht kaufen.“

„Wieso?“ Mama blieb stehen. „Opa hat deinen Wunderkalender ja auch gekauft.“

So gesehen hatte sie natürlich recht.

„Erzähl mal, was heute in deinem Kalender war“, fuhr Mama fort.

„Ein Buch.“

„Aha. Was für eins hättest du denn gern?“

„Am liebsten eins mit Tieren. Mit Hunden. Katzen. Und mit Pferden. Oder mit Hasen. Und Meerschweinchen. Ach, die finde ich alle sooooo süß.“

Mama gab ihr einen Kuss. „Du und deine Tiere.“

„Dieser doofe Herr Mieslich“, schimpfte Mona. „Warum können wir uns nicht heimlich ein Tier kaufen, ohne ihm was davon zu sagen?“

„Nein, nein“, widersprach ihre Mutter. „Das wäre nicht fair. Außerdem würde das bestimmt irgendwann auffallen.“

Als sie zu Hause ankamen, lag ein Buch auf Monas Nachttisch. Es war aufgeschlagen, so als ob sie es schon länger hätte. In dem Buch standen viele Gute-Nacht-Geschichten, und auf der Seite, die aufgeschlagen war, war eine Zeichnung von einem niedlichen Kaninchen.

Als Mona im Bett lag, las Mama ihr die Geschichte dazu vor. Sie handelte von einer Leonie, die zum Geburtstag ein Kaninchen bekam. Am nächsten Tag sah sie, dass sie den Käfig nicht richtig zugemacht hatte und das Kaninchen ausgebüxt war. Die Terrassentür stand offen. Deshalb suchte Leonie den ganzen Garten ab. Sie weinte und war verzweifelt. Am Ende fand sie das Kaninchen – im Wohnzimmer unter einem Schrank!

Ein Glück! Mona war erleichtert. „Wenn ich ein Kaninchen hätte“, sagte sie, „würde ich gut darauf aufpassen. Sieh mal nach, ob noch eine Tiergeschichte in dem Buch steht.“

Es gab eine über einen Igel, der seinen Winterschlaf halten wollte und nicht konnte, weil man ihn nicht in Ruhe ließ. Gespannt hörte Mona zu.

Danach blätterte sie das Buch durch und entdeckte eine lustige Zeichnung von einem Hund, der aussah, als würde er einem die Zunge herausstrecken.

„Bitte, bitte! Lies mir diese Geschichte vor“, bettelte sie.

„Nein, jetzt ist es genug.“

„Och, Mama! Bitte! Nur noch diese eine. Morgen ist das Buch wieder weg.“

Mama ließ sich erweichen und las ihr zum Schluss die Geschichte von Karli, dem frechen Dackel, vor.

Bevor Mona einschlief, beschloss sie, am nächsten Tag im Garten nach dem schlafenden Igel zu sehen – ganz vorsichtig, damit sie ihn nicht störte. Gegen einen Igel im Garten konnte der doofe Herr Mieslich ja nichts haben.

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11. Dezember: Lebkuchen

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11. Dezember — Lebkuchen

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungAls Mona aufwachte, rieb sie sich verwundert die Augen. Das Buch auf ihrem Nachttisch war verschwunden. Stattdessen stand dort ein Weihnachtsteller mit Lebkuchen: große Herzen und Sterne, die mit dunkler Schokolade überzogen waren und die sie furchtbar lecker fand.

„Nanu?“, rief Mama erstaunt. „Das ist ja fast wie Nikolaus! Aber der ist doch längst vorbei!“

Ausnahmsweise durfte Mona schon vor dem Frühstück ein Lebkuchenherz essen.

Wie sie erwartet hatte, war hinter dem Türchen des Adventskalenders für diesen Tag das Bild von einem Weihnachtsteller mit Lebkuchen.

„Komisch!“, sagte Mona. „Sonst ist es immer umgekehrt. Erst kommt das Bild, dann das Geschenk.“

„Man kann eben nie genau sagen, was der Adventskalender vorhat“, meinte Mama.

„Ich wüsste zu gern, wie er das macht“, überlegte Mona. „Wer bringt die Sachen hierher? Und wer holt sie ab?“

Mama zuckte die Schultern. „Keine Ahnung. Du solltest Opa mal fragen. Immerhin hat er den Adventskalender besorgt.“

Das, fand Mona, war ein guter Vorschlag. Sobald wie möglich wollte sie mit Opa sprechen.

Den ganzen Tag musste Mona daran denken, dass die Lebkuchen am nächsten Tag nicht mehr da sein würden, und sie verdrückte so viel davon, wie sie konnte. Abends lagen nur noch zwei Sterne und ein Herz auf dem Teller und Mona war schlecht. Sie legte sich aufs Bett und konnte nicht mal an Abendessen denken.

„Ich esse nie mehr im Leben Lebkuchen!“, sagte sie und verzog das Gesicht. „Ich kann das Zeug nicht mehr sehen!“

„Das kommt davon“, schimpfte Mama, „wenn du so viel in dich hineinstopfst“, und brachte den Teller hinaus.

Aber zum Glück hielt das nicht lange an. Schon am nächsten Tag dachte Mona: „Schade, dass ich keine Lebkuchen mehr habe. Ich hätte jetzt richtig Lust darauf.“

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12. Dezember: Kinder

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12. Dezember — Kinder

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungMit gerunzelter Stirn stand Mona vor ihrem Kalender. „Was soll das wohl bedeuten?“

Mama überlegte auch. „Das sind zwei Kinder: ein Mädchen, das einen kleineren Jungen an der Hand hält.“

„Das sehe ich. Aber das ist doch kein Geschenk!“

„Ich denke, dem Kalender wird schon was einfallen.“

Am Nachmittag klingelte es. „Sabine!“, hörte sie Mamas Stimme im Flur. „Was für eine nette Überraschung! Kommt rein!“

„Tante Sabine!“, schrie Mona und stürzte hinaus. Sie mochte ihre Tante sehr. Und sie freute sich, dass Laura, ihre Cousine, mitgekommen war. Laura war ein Jahr älter als sie. An der Hand hielt sie Paul, ihren kleinen Bruder.

Während Mama und Tante Sabine im Wohnzimmer Kaffee tranken, spielte sie mit Laura Mensch-ärgere-dich-nicht und Memory. Paul war zu klein zum Mitspielen und guckte zu.

Irgendwann begann Mona, ihnen von ihrem Wunderkalender zu erzählen. „Ich weiß, warum ihr heute zu Besuch gekommen seid“, begann sie. „Weil ein Bild von zwei Kindern in meinem Adventskalender ist.“

„Hä?“ Verständnislos schaute Laura sie an. „Wir sind gekommen, weil deine Mama angerufen hat und meine Mama gefragt hat, ob wir euch besuchen wollen.“

„Bestimmt hat sie nur Lust dazu bekommen, weil ihr in meinem Adventskalender seid.“

„Lass mal sehen.“ Laura betrachtete die Kinder auf dem Bildchen. „Die sehen uns aber kein bisschen ähnlich.“

„Klar sehen die euch ähnlich. Das Mädchen hat beinahe dieselben Haare wie du, und der kleine Junge ist Paul.“

„Du spinnst.“

Mona ließ sich nicht beirren und erzählte weiter von ihrem Wunderkalender.

Laura war nicht die Spur beeindruckt. „Ein Karussell auf dem Weihnachtsmarkt, das ist doch nichts Besonderes. Außerdem: Rote Kerzen, eine Schneekugel und Lebkuchen haben wir auch. Und dieses Jahr zu Sankt Martin war Pauls Laterne ein Mondgesicht.“

„Trotzdem. Mein Adventskalender ist was Besonderes“, beharrte Mona.

Laura lachte laut auf. „Du Baby! Du glaubst ja noch an Wunder!“

„Baby, Baby“, quiekte Paul. Er plapperte seiner Schwester immer alles nach.

Was wurde Mona da wütend! „Ich bin kein Baby!“, schrie sie. „Und einen karierten Anzug für einen Teddy wie hier auf dem Bild, den habt ihr jedenfalls nicht!

„Nein“, gab Laura zu, „hast du denn einen?“

„Im Augenblick nicht. Aber ich hatte einen. Er war am nächsten Morgen fort.“

Laura prustete los. „Ach nee! Was für ein Pech! Und wo sind all die anderen Sachen?“

„Weg. Ich darf alles nur einen Tag behalten. Ihr fahrt ja auch heute Abend wieder nach Hause.“

„Na und? Ist das etwa ein Wunder?“

Mona antwortete nicht darauf. „Der große Nikolaus auf meinem Nachttisch, der ist übrigens auch vom Kalender“, setzte sie hinzu.

„Pah! So was kriegt fast jeder zu Nikolaus.“

„Du bist bloß neidisch!“

„Und du bist vollkommen verrückt!“ Laura tippte sich an die Stirn, ließ Mona stehen und rannte mit Paul hinüber ins Wohnzimmer.

Mona ballte die Fäuste und warf sich aufs Bett. Sie hatte Tränen der Wut in den Augen. Ihr Blick fiel auf den stillen, freundlichen Nikolaus, der neben der Nachttischlampe stand. Auf einmal dachte sie: „Hauptsache, ich weiß, dass ich einen Wunderkalender habe. Ob Laura mir das glaubt oder nicht, ist doch piepegal.“

Und da kam es ihr für einen Moment so vor, als würde der Nikolaus ihr zuzwinkern.

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13. Dezember: Eine Eisenbahn

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13. Dezember — Eine Eisenbahn

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungMona musste heute ziemlich fummeln, bis sie das Türchen des Adventskalenders aufkriegte. Dahinter war eine Eisenbahn.
„Ich ahne es“, sagte sie zu Mama. „Wir gehen heute auf den Weihnachtsmarkt, stimmt‘s?“

„Wie kommst du darauf?“

„Sicher ist ein neues Karussell da. Keins mit Pferden, Rentieren und Eseln, sondern eins mit Autos, Flugzeugen und einer Eisenbahn.“

„Nein, da muss ich dich leider enttäuschen. Heute habe ich keine Zeit, um in die Stadt zu gehen. Das Bild muss etwas anderes bedeuten.“

„Aber was?“

„Ich denke gerade an die Spielzeugeisenbahn aus Holz, die du früher hattest“, erzählte Mama. „Eine Lok und mehrere Wagen, die man beladen konnte. Du hast unentwegt Bauklötze damit durchs Zimmer geschoben.“

„Dafür bin ich zu groß!“, wollte Mona gerade sagen, da erinnerte sie sich an die Weihnachts-CD mit dem Schaukelpferd auf dem Cover und hielt lieber den Mund.

Den ganzen Tag über tat sich nichts. Als Papa am Nachmittag nach Hause kam, fragte sie ihn: „Hast du eine Idee, wie der Adventskalender mir eine Eisenbahn besorgen könnte?“

„Eine Eisenbahn“, wiederholte er, „nein, ich weiß beim besten Willen nicht …“ Er stockte. „Warte mal, da fällt mir was ein.“ Er sprang auf. „Hilfst du mir?“, bat er Mama, und die wusste anscheinend sofort, was er meinte. Beide liefen sie aus dem Zimmer.

„Wo geht ihr hin?“, wollte Mona wissen.

„Auf den Dachboden.“

„Ich komme mit.“

„Nein! Warte hier.“

Es dauerte eine ganze Weile, bis die Eltern beladen mit allerlei Kartons wieder nach unten kamen. Die Schachteln sahen ziemlich alt und staubig aus.

Papa war ganz aufgeregt. „Die hab ich ewig nicht mehr aufgebaut“, erzählte er. „Zuletzt in dem Jahr, bevor Mona geboren wurde. Vorher gehörte sie zu Weihnachten immer dazu.“

„Wer denn? Was denn?“ Mona hüpfte aufgeregt auf der Stelle.

„Wo sollen wir sie aufbauen?“, fragte Papa.

Mama überlegte. „Am besten da, wo wir sie früher auch aufgebaut haben: in Monas Zimmer.“

„Hm …“ Papa sah sie zweifelnd an. „Diese vielen winzigen Teile … Ist sie dafür nicht noch zu klein?“

„Ich bin bestimmt nicht zu klein! Ich passe auf!“, versprach Mona, obwohl sie keine Ahnung hatte, wovon die Eltern sprachen.

Papa schaute Mama an, und die nickte. „Ich denke, wir können es wagen. Mona ist wirklich kein kleines Kind mehr.“

„Tja, wenn du meinst …“ Papa öffnete die Tür zum Kinderzimmer. Zu Mona sagte er: „Erst reinkommen, wenn alles fertig ist!“
Mona musste sehr, sehr lange warten – es war kaum auszuhalten. Fast wie am Heiligen Abend.

„Du kannst jetzt kommen!“, rief Papa endlich.

Mona riss die Tür auf – und kriegte keinen Ton heraus, so überwältigt war sie von dem, was Papa und Mama auf dem Boden aufgebaut hatten. Sie wusste gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollte: Da fuhren Züge kreuz und quer über Schienen, ohne zusammenzustoßen. Einige Waggons waren erleuchtet und man sah Passagiere an den Fenstern sitzen. Es gab sogar eine altmodische Lok, die echte Dampfwölkchen ausstieß.

Überall leuchteten Lämpchen: Signalanlagen, Ampeln, Laternen, die Rücklichter der Züge, in den Häuschen am Rand der Geleise.

Winzige Schranken gingen jedes Mal herunter, wenn ein Zug über den Bahnübergang fuhr. Und es gab eine Brücke, einen Bahnhof, Bäume, kleine Gärten. Besonders goldig fand Mona ein Kätzchen, das vor einem der Häuser saß.

„Da staunst du, was?“ Papa strahlte. Er saß auf dem Boden mit einem Apparat, ließ Züge am Bahnhof anhalten, wieder anfahren und stellte Weichen um.

Mona setzte sich neben ihn und schaute ihm gebannt zu. „Ich sehe schon, ihr seid beschäftigt“, lachte Mama und ging hinaus.

Kurz darauf kam sie mit einem Teller voll belegter Brote zurück. Zu dritt saßen sie auf dem Boden vor der elektrischen Eisenbahn, aßen und beobachteten die Züge. Es war das außergewöhnlichste Abendessen, an das Mona sich erinnern konnte.
„Ich bin heilfroh, dass die tolle Eisenbahn Papa gehört“, sagte sie. „Die wird bestimmt nicht über Nacht verschwinden.“

„Ich hoffe nicht.“ Papa stellte vorsichtig einen Zug, der umgekippt war, zurück auf die Geleise. „Wir lassen die Anlage bis nach Neujahr stehen. Und morgen gehe ich ins Geschäft und schaue mir an, was es Neues für Modelleisenbahnen gibt.“

„Ich komm mit!“, rief Mona. „Und wir holen noch ein paar Tiere. Einen Hund, Pferde, Schafe, Kühe … Die können wir neben die Geleise stellen.“

Die Eltern lachten. Mama stand auf. „Und nun ab ins Bett“, sagte sie. „Es wird nämlich allerhöchste Eisenbahn.“

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14. Dezember: Schneeflocken

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14. Dezember — Schneeflocken

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungHeute gefiel Mona das Bild in Opas Adventskalender besonders gut! Es zeigte eine schwarze Katze, die auf einem Fensterbrett saß. Durch das Fenster sah man einen blauen Himmel, aus dem es weiße Tupfen schneite.

„Das wird schwer für den Adventskalender“, sagte sie. „Wie soll er Schnee hinkriegen? Dafür ist es zu warm, und die Sonne scheint. Eine Katze kann er auch nicht besorgen und auf die Fensterbank setzen, weil ich keine haben darf.“

„Außerdem habe ich noch nie erlebt, dass es aus einem blauen Himmel schneit“, fügte Mama hinzu. „Ich überlege gerade, ob der blaue Himmel das Geschenk sein könnte. Guck mal raus. Er ist genauso blau wie auf dem Bild im Adventskalender.“

Da war Mona aber anderer Meinung! Ein blauer Himmel war nicht schlecht, aber als Geschenk in der Adventszeit – nein, das passte nicht!

Lange sah es so aus, als ob Mama Recht behalten würde. Und der blaue Himmel hatte tatsächlich auch seine guten Seiten. Mona konnte im Garten spielen und ging nachmittags mit Mama in die Stadt.

Erst später, als es schon dunkel war, kam sie dahinter, was der Kalender sich für diesen Tag ausgedacht hatte: Nach dem Abendessen war das Kinderzimmerfenster auf einmal übersät mit dicken, weißen Wattetupfen. Wenn man nicht genau hinguckte, konnte man sich fast einbilden, es würde draußen schneien.

„Die sehen beinah aus wie echte Schneeflocken“, rief Mona begeistert, „nur dass sie nicht schmelzen können.“

„Wirklich hübsch“, stimmte Mama zu. „Schau mal, hier ist noch etwas.“

Weil es draußen schon dunkel war, hätte Mona es um ein Haar übersehen. Unten auf der Scheibe klebte ein Fensterbild: eine schwarze Katze, die durch ein Fenster hinaus in den Schnee schaute, der vom Himmel fiel.

Papa kam rein, um mit der Eisenbahn zu spielen. Erst bewunderte er Monas Fenster. „Dieser Schnee gefällt mir erheblich besser als echter“, erklärte er. „Er ist nicht nass, nicht kalt, nicht matschig und man kann nicht darauf ausrutschen.“

„Ja, aber man kann auch nicht darauf schlindern“, wandte Mona ein. „Und keine Schneebälle machen oder Schneemänner bauen.“

Als Mama sie ins Bett brachte, zog sie die Gardinen nicht zu, sodass die Straßenlaterne ins Zimmer leuchtete und Mona beim Einschlafen auf ihr Fenster gucken konnte.

„Ich wünschte, mein Schneefenster würde bleiben“, sagte sie.

Ausnahmsweise ging dieser Wunsch zumindest teilweise in Erfüllung. Die Schneetupfen blieben. Nur das Fensterbild mit der schwarzen Katze war am nächsten Morgen weg.

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15. Dezember: Äpfel

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15. Dezember — Äpfel

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„Heute kriege ich Äpfel“, berichtete Mona. „Das hat der Kalender mir verraten. Ich bin gespannt, was für welche. Am liebsten hätte ich Marzipanäpfel wie die, die wir neulich beim Konditor gesehen haben. Die in den Körbchen mit dem Obst aus Marzipan.“

„Ich glaube kaum, dass du Marzipanäpfel bekommst“, meinte Mama. „Wie ich dich kenne, würdest du sie in Windeseile alle auf einmal verschlingen. Und dafür sind sie zu schade.“

„Der Kalender denkt vielleicht, dass ich die Äpfel aufessen darf“, wandte Mona ein.

„Nein, schlag dir das aus dem Kopf!“

Mona hoffte trotzdem weiter auf Marzipanäpfel. Doch sie bekam keine. Nicht nur das. Sie bekam überhaupt keine Äpfel.

Nachmittags begann sie darüber nachzudenken, ob der Kalender Bratäpfel gemeint haben könnte. Das wäre auch nicht übel. Weil Mama jedoch keine Anstalten machte, Bratäpfel in den Ofen zu schieben, sagte Mona: „Weißt du, worauf ich Lust hätte? Auf Bratäpfel! Mit Honig, Rosinen, Mandeln und Marzipan …“

„Tut mir leid“, fiel Mama ihr ins Wort, „dazu habe ich heute keine Zeit.“

Mona brummelte etwas vor sich hin.

„Was hast du gesagt?“ Mamas Stimme klang etwas schärfer als sonst.

„Nichts, nichts“, antwortete Mona schnell.

„Wenn du Äpfel willst – kein Problem, es sind genug da“, fügte ihre Mutter hinzu. „Nimm dir welche aus der Obstschale im Esszimmer.“

„Ach Mama, das sind bloß stinknormale Äpfel, die kriege ich doch immer.“

„Na und? Schmecken sie deshalb etwa nicht?“

„Doch. Aber der Kalender hat bestimmt was anderes gemeint. Irgendwas Besonderes.“

„Nun hör mir mal zu!“ Mona merkte deutlich, dass Mama langsam die Geduld verlor. „Den ganzen Tag meckerst du nur herum. Wenn du so weitermachst, bekommst du heute gar nichts.“

Dass sie das sagte, machte Monas Laune noch schlechter. „Blöder Kalender“, schimpfte sie leise vor sich hin und hoffte, dass er es nicht mitbekam. „Blöder, doofer, oller Kalender …“

Später stellte sich heraus, dass Opas Adventskalender überhaupt nicht blöde, doof und oll war. Im Gegenteil! Am Nachmittag stellte Mama nämlich den DVD-Player an, und darin war eine DVD, die Mona sich anschauen durfte. Weil der Film wirklich gut war, erlaubte Mama ihr sogar, ihn bis zu Ende zu gucken und dabei ausnahmsweise vor dem Fernseher Abendbrot zu essen.

In dem Film ging es – wie konnte es auch anders sein? – um einen Apfel. Er war der kleinste am Baum. Alle anderen lachten ständig über ihn und er wurde ganz rot, weil er sich so sehr schämte. Am Ende fielen die dicken Äpfel runter ins Gras und fingen an zu faulen. Nur der kleine Apfel blieb hängen und landete am Ende als Schmuck an einem Weihnachtsbaum.

„War das ein toller Film!“, rief Mona, als er zu Ende war. „Den hat mir bestimmt der Kalender geschickt.“

„Verdient hast du es ja eigentlich nicht“, meinte Mama.

Mona grinste. „Zum Glück ist der Kalender weniger streng als du.“

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16. Dezember: Ein Telefon

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16. Dezember — Ein Telefon

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„Ich möchte wirklich wissen, wer dem Adventskalender hilft, wo er nicht mal Arme und Beine hat“, überlegte Mona. „Er kann doch unmöglich Wattetupfen aufs Fenster kleben. Oder ein Karussell auf dem Weihnachtsmarkt aufbauen.“

„Was für ein Bild war denn heute im Adventskalender?“, wollte Mama wissen.

„Ein Telefon.“

„Das bringt mich auf eine Idee.“

Gespannt wartete Mona, dass sie weiterredete.

Aber das tat sie nicht. Sie lächelte bloß und schaute sie an.

„Was für eine Idee?“, hakte Mona nach.

„Du möchtest also wissen, wie der Kalender funktioniert, hm?“

„Ja, schon. Aber ich kapiere nicht, was das mit einem Telefon zu tun hat.“

„Denk mal nach. Wer könnte dir vielleicht was über den Kalender sagen?“

„Opa.“

„Genau.“

Da ging Mona ein Licht auf. „Du meinst, ich soll ihn anrufen?“

„Ich an deiner Stelle würde es tun.“

Opa wohnte in der Nachbarstadt und hatte eine ellenlange Telefonnummer. Mama tippte sie für sie ein.

Als abgenommen wurde, hörte Mona ein Krächzen. Das war Kaspar, Opas Wellensittich. Er saß wahrscheinlich gerade auf Opas Schulter.

„Hallo, Kaspar“, begrüßte Mona ihn. „Gib mir mal den Opa!“

Tock – tock – tock. Kaspar klopfte mit dem Schnabel gegen den Hörer.

„Gib mir den Opa“, wiederholte Mona.

Mama schüttelte lächelnd den Kopf. Sie glaubte nicht, dass Kaspar Menschen verstehen konnte. Doch Mona war fest davon überzeugt. Opa konnte sich richtig mit ihm unterhalten. Wenn er zum Beispiel fragte: „Wie geht es dir?“, schnarrte Kaspar: „Danka, gutt.“

Heute war er anscheinend schwer von Begriff, denn er tschilpte ins Telefon, bis Opa sagte: „Schluss jetzt, Kaspar, nun lass mich mal.“

Mona hörte es flattern und kurz darauf Opas Stimme: „Hallo?“

„Hallo, Opa, heute war ein Telefon im Kalender, und ich wollte dich fragen, wie der das macht.“

Opa schwieg einen Moment, ehe er antwortete: „Also, manchmal kann ich Kaspar besser verstehen als dich.“

„Ach, Opa, du hast es gut, dass du einen Vogel hast.“

Opa lachte. „Die meisten Menschen haben einen Vogel. Aber leider nur einen, der nicht wegfliegen kann.“

Nun verstand Mona Opa nicht. Fragend schaute sie Mama an. Die tippte sich an die Stirn. Jetzt fiel bei Mona der Groschen und sie begann zu kichern.

„Also, was möchtest du wissen?“, hakte Opa nach.

Mona wiederholte ihre Frage, aber diesmal drückte sie sich etwas deutlicher aus.

„Die Antwort ist ganz einfach“, erwiderte Opa. „Überleg mal: Wer bringt an Weihnachten die Geschenke?“

Mona erschrak fast ein wenig. „Das Christkind“, flüsterte sie.

„Eben. Ich bin ganz sicher, es hat seine Hände im Spiel.“

Na klar! Wieso war sie nicht selbst darauf gekommen?

„Danke, Opa!“, rief sie. „Und grüß Kaspar von mir! Tschüss!“

Während Mama weiter mit Opa telefonierte, lief Mona zu ihrem Kalender. Vorsichtig berührte sie ihn mit dem Zeigefinger. Hatte das Christkind die Bildchen womöglich selbst gemalt? „Wenn Laura wüsste, was Opa gesagt hat“, dachte sie, „würde sie bestimmt aufhören zu lachen.“

Weil sie Opa angerufen hatte, war die Sache mit dem Telefon im Adventskalender erledigt. Das dachte Mona zumindest. Aber wieder einmal kam es ganz anders.

Abends lag neben ihrem Teller ein Spielzeughandy.

„Mama, Papa, habt ihr das Christkind gerade gesehen?“, rief Mona aufgeregt.

„Ich nicht. Ich habe mit der Eisenbahn gespielt“, antwortete Papa.

„Und ich war im Wohnzimmer“, sagte Mama.

Das Handy sah richtig echt aus! Man konnte es sogar klingeln lassen: Wenn man auf einen Knopf drückte, zwitscherte es wie ein Vogel und auf dem kleinen Bildschirm erschienen lustige Gesichter.

Im Bett spielte Mona damit. Sie telefonierte mit allen möglichen Leuten: mit Laura, Tante Sabine, dem Opa, der Oma im Himmel und dem Christkind.

Als sie müde wurde, legte sie das Handy auf ihren Nachttisch, warf noch einen letzten Abschiedsblick darauf und schlief ein.

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17. Dezember: Eine Glocke

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17. Dezember — Eine Glocke

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„In einer Woche ist schon Heiligabend“, stellte Mama fest. Die ganze Familie stand vor Opas Adventskalender. Mona öffnete gerade das Türchen für diesen Tag. Dahinter war das Bild von einer großen Glocke.

„Wenn wir solch eine Glocke hätten“, sagte Mona, „könnte Papa am Heiligen Abend damit läuten, wenn das Christkind da gewesen ist.“

„Gute Idee“, stimmte Mama zu. „Allerdings wäre mir eine kleine Glocke lieber als so eine wie auf dem Bild. Große Glocken gehören in Kirchtürme.“

Mona musste lachen, als sie sich Papa vorstellte, der eine riesige Kirchenglocke läutete.

„Ich weiß nicht, warum du kleinere Glocken passender findest“, meinte Papa. „Kleinere Glocken hängt man Kühen um, würde ich sagen.“

Papa mit einer Kuhglocke um den Hals! Mona musste wieder lachen.

Mama auch. „Ein Glöckchen, das wäre das Richtige“, setzte sie hinzu.

„Was ist denn der Unterschied zwischen einer großen Glocke, einer kleineren Glocke und einem Glöckchen, außer dass die große Glocke groß und die kleinere Glocke kleiner und das Glöckchen am kleinsten ist?“, wollte Mona wissen.

Hm. Die Eltern sahen sich an.

„Eine große Glocke läutet, eine kleinere bimmelt und ein Glöckchen klingelt“, erklärte Mama nach einigem Nachdenken.

Plötzlich hörte Mona ein Geräusch hinter sich. Es war wie ein feines Klingen. Sie fuhr herum.

„Sieh mal, was ich gerade auf dem Schrank entdeckt habe.“ Papa hielt ihr ein silbernes Glöckchen hin.

„Ja! Genau so stelle ich mir ein Weihnachtsglöckchen vor“, rief Mama.

Mona nahm es in die Hand. Ihr wurde ganz feierlich zumute. Sie berührte etwas, was vor Papa das Christkind angefasst hatte!
Den zarten Klang fand sie wunderschön. Sie konnte nicht genug davon bekommen. Immer wieder schwenkte sie das Glöckchen und stellte sich dabei vor, wie es sein würde, wenn es am Heiligen Abend ertönte. Sie würde ins Weihnachtszimmer gehen, wo es so herrlich nach Weihnachten duftete, und den geschmückten Tannenbaum sehen, die Kerzen, all die bunten Päckchen …
Es war wundervoll, so vom Heiligen Abend zu träumen. Pausenlos ließ Mona das Glöckchen erklingen.

Irgendwann stöhnte Mama: „Du meine Güte, Mona, du gehst mir auf die Nerven mit dem Ding!“

„Wieso? Hör doch mal!“ Mona schwang das Glöckchen direkt an Mamas Ohr. „Klingt das nicht schön?“

Die fuhr zurück. „Doch. Wenn man es ein paar Mal hört. Wenn man das Gebimmel allerdings den ganzen Tag ertragen muss, wird man wahnsinnig.“

„Wieso ‚Gebimmel‘? Das ist doch keine Kuhglocke!“

„Nein, aber wenn du ewig damit läutest …“

„Nur Kirchenglocken läuten“, wandte Mona ein. „Das habt ihr eben selbst gesagt.“

„Also gut, wenn du das Glöckchen immer wieder schellen lässt …“

„Wieso schellen?“, unterbrach Mona sie erneut. „Das Telefon schellt. Oder es schellt an der Tür. Ein Glöckchen klingelt.“

„Du meine Güte, nun lass mich doch mal ausreden! Mir ist es gleich, ob dein Glöckchen bimmelt, läutet, schellt, klingelt oder sonst was macht. Ich weiß nur eins: Je öfter ich es höre, desto durchdringender wird der Ton.“

Komisch. In Monas Ohren klang der Ton immer gleich.

Um Mamas Nerven zu schonen, legte sie das Glöckchen unter ihr Kopfkissen.

Sie hatte sich vorgenommen, in dieser Nacht wachzubleiben, bis das Christkind kam, um das Weihnachtsglöckchen abzuholen. Sie wollte das Christkind unbedingt mal sehen!

Als es Zeit wurde, ins Bett zu gehen, war Mona müde. Ganz schrecklich müde! Ausgerechnet heute! Aufrecht saß sie im Bett und umklammerte das Glöckchen. Bloß nicht einschlafen! Doch ihr Kopf sackte dauernd nach vorn und die Augen fielen ihr zu. Sie konnte gar nichts dagegen machen.

Leider ließ sich das Christkind nicht blicken, solange Mona wach war. Es kam erst, als sie schon fest schlief.

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Die vollständige Geschichte gibt es als Taschenbuch und als eBook.

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungEva Markert
Ein ganz besonderer Adventskalender
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Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-19-7 (Buch)
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18. Dezember: Engel

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18. Dezember — Engel

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungMorgens hatte Mona in Opas Adventskalender einen Engel gefunden, und nun hielt sie nach einem Ausschau. „Komisch“, sagte sie zu Mama. „Obwohl man die Bilder im Adventskalender kennt, hat man keine Ahnung, was das Christkind einem bringen wird. Zum Beispiel heute: Kriege ich einen Schokoladenengel? Einen Engel aus Stanniolpapier? Oder einen wie die, die an unserem Weihnachtsbaum hängen?“

„Vielleicht begegnest du sogar einem Engel“, warf Mama ein.

„Oooh! Meinst du einen echten Engel?“

Mama nickte lächelnd.

Mona stellte sich ans Fenster. „Ich guck mal raus, ob zufällig einer vorbeifliegt.“

Mama streichelte ihr über die Wange. „Tu das, mein Schatz.“

Durch die aufgeklebten Watte-Schneeflocken schaute Mona nach draußen. Doch nicht ein einziger Engel ließ sich blicken.
Gegenüber trat die alte Frau Görbel aus der Tür. Sie konnte nicht mehr gut laufen und stützte sich auf einen Stock. Ihr Mann war vor einiger Zeit gestorben und sie hatte nur noch Fipsi, ihren kleinen Hund. Der war auch schon alt und konnte genauso schlecht laufen wie sie. Die beiden gingen immer zusammen aus dem Haus. Heute war Fipsi jedoch nicht zu sehen.

Mona sah Frau Görbel nach, wie sie so hastig die Straße entlanghumpelte, wie sie konnte. Kurze Zeit später kam sie zurück und hinkte in die andere Richtung. Zwischendurch blieb sie stehen und rief etwas. Mona öffnete das Fenster einen Spalt. Nun konnte sie es verstehen. „Fispi!“, schrie Frau Görbel. „Wo bist du? Fipsi, komm her!“

Aber Fipsi kam nicht.

Mona warf sich ihren Mantel über. „Frau Görbel sucht Fipsi“, rief sie. „Ich lauf mal schnell zu ihr hin.“

„Pass auf der Straße auf!“

Jedes Mal, wenn Mona allein hinausging, sagte Mama das.

Frau Görbel war außer sich. „Ich finde Fipsi nicht! Ich habe die Haustür nur einen kurzen Moment offen stehen lassen. Da muss sie entwischt sein.“ Sie stützte sich schwer auf ihren Stock. „Meine Fipsi! Hoffentlich ist ihr nichts geschehen! Wenn ich mir vorstelle, dass sie … dass ein Auto …“ Frau Görbel konnte nicht weitersprechen. Tränen rannen über ihr faltiges Gesicht.

Sie tat Mona unendlich leid. Und sie hatte auch Angst um Fipsi. Der kleine Hund war so lieb und sie mochte ihn schrecklich gern! Wenn ihm was passieren würde, das wäre zu schlimm! „Ich helfe Ihnen, Fipsi zu suchen“, bot sie an. „Sie ist bestimmt nicht weit weg.“

„Lieb von dir, dass du das tun willst.“ Die alte Frau tätschelte Monas Wange. „Aber ich habe schon überall gesucht. Sonst kommt sie immer, wenn ich sie rufe. Und bald wird es schon dunkel! Was soll ich bloß machen?“

„Ich frage Papa. Der hilft uns bestimmt.“

Mona begleitete Frau Görbel erst mal in ihr Haus zurück. Schwer atmend ließ sich die alte Frau im Wohnzimmer auf dem Sofa nieder.

Mona wollte gerade ihren Papa holen, als sie aufhorchte. „Haben Sie das gehört?“, fragte sie Frau Görbel.

Die schüttelte den Kopf. Das war nicht weiter verwunderlich, denn sie war schwerhörig und vergaß meistens, ihr Hörgerät einzuschalten.

Da war das Geräusch wieder. Es klang wie ein Kratzen und Scharren und ein leises Fiepen. Und es kam eindeutig aus dem Keller.

„Frau Görbel“, fragte Mona, „waren Sie heute im Keller?“

Die nickte. „Ich habe meinen Weihnachtsengel heraufgeholt. Wie jedes Jahr ein paar Tage vor Weihnachten.“ Sie zeigte auf einen weißen Porzellanengel, der auf dem Fensterbrett stand und in jeder Hand eine Kerze hielt.
„Und war Fipsi da bei Ihnen?“

„Sie geht immer mit mir in den Keller.“ Die alte Frau hob den Kopf. „Warte mal … Könnte es sein, dass …?“

Mona war schon auf dem Weg. Wie der Wind sauste sie zur Kellertreppe.

Das Kratzen und Fiepen wurde lauter. Mona riss die Kellertür auf und Fipsi schoss hervor. So schnell hatte Mona sie noch nie laufen sehen. Sie flitzte geradewegs zu ihrem Frauchen. Dabei bellte sie wie wild.

Als Mona im Wohnzimmer ankam, weinte Frau Görbel. „Mein armes Hundchen“, jammerte sie, „da habe ich dich im Keller eingesperrt und es nicht gemerkt! Ach, was bin ich froh, dass dir nichts zugestoßen ist!“

Fipsi sprang abwechselnd an ihr und an Mona hoch, bevor sie in die Küche zu ihrem Trinknapf trottete.

Frau Görbel nahm Monas Hand und hielt sie ganz fest. „Was hätte ich bloß ohne dich gemacht? Wer weiß, wann ich Fipsi gefunden hätte! Wie soll ich dir nur danken?“

„Sie brauchen mir nicht zu danken“, versicherte Mona. „Ich freue mich einfach, dass Fipsi wieder da ist.“

Frau Görbel hatte immer noch Tränen in den Augen. „Du bist ein liebes Mädchen.“

Als Mona nach Hause ging, hatte sie ein richtig gutes Gefühl. Den ganzen Abend freute sie sich, dass Frau Görbel Fipsi wiederhatte.

Erst beim Zubettgehen dachte sie an den Adventskalender. „Merkwürdig“, sagte sie, „es ist das erste Mal, dass das Christkind sein Versprechen nicht gehalten hat. Ich habe heute nirgendwo einen Engel gesehen.“

„Aber ich!“ Mama lächelte.

„Ich auch.“ Papa lächelte ebenfalls.

Mona war verwirrt. „Meint ihr den Porzellanengel, der in Frau Görbels Fenster steht?“

„Ich meine einen Engel, den das Christkind zu Frau Görbel geschickt hat.“

Mama sprach in Rätseln.

„Keinen aus Porzellan“, setzte Papa hinzu.

Er sprach ebenfalls in Rätseln.

Oder … Halt! Meinten sie etwa … Fragend blickte sie ihre Eltern an.

Die nickten. „Dieser Engel warst du.“

Mona wurde innen ganz warm – vor Freude, vor Stolz, auch ein bisschen vor Verlegenheit. Und vor Staunen, dass sie ein Engel gewesen war, ohne es zu merken.

Auf ihrem Kopfkissen entdeckte sie später einen Engel aus Holz.

„Ich finde, er sieht aus wie du“, meinte Papa.

Mama gab ihr einen Kuss. „Gute Nacht, Engelchen.“

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19. Dezember: Nüsse

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19. Dezember — Nüsse

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine Weihnachtserzählung„Wo ist er denn?“ Mona wühlte in der Küchenschublade.

„Was suchst du?“

„Den Nussknacker.“

„Eigentlich müsste er hier drin sein.“ Mama begann ebenfalls in der Schublade zu graben.

Doch der Nussknacker blieb spurlos verschwunden. Sie durchforsteten andere Schubladen, in der Küche, im Esszimmer und im Wohnzimmer.

Irgendwann fragte Mama: „Wozu brauchen wir den Nussknacker überhaupt?“

„Zum Nüsseknacken. Weil ich heute Nüsse kriege.“

Mona mochte Nüsse sehr gern: zum Beispiel in Schokolade, im Nusskuchen, in Plätzchen oder einfach so.

Die Haselnüsse, die in Opas Adventskalender abgebildet waren, sahen ausgesprochen appetitlich aus: rund und glatt und kräftig braun. Als Mona sie sah, bekam sie richtig Appetit darauf. Wie blöd, dass der Nussknacker weg war!

„Zur Not zerbeiße ich die Nussschale mit den Zähnen“, sagte sie.

„Du weißt, dass du das nicht sollst. Nussschalen sind sehr hart. Das schadet den Zähnen. Außerdem könntest du dich an den scharfen Splittern im Mund verletzen.“

„Die Nüsse sind doch vom Christkind. Da passiert schon nichts.“

„Nüsse sind Nüsse. Aber warten wir erst mal ab, ob du tatsächlich welche bekommst.“

Mona hoffte es sehr. Der Kalender hatte ihr einen richtigen Floh ins Ohr gesetzt. Das Wasser lief ihr im Mund zusammen, wenn sie nur an Nüsse dachte.

Am Nachmittag tauchte dann in ihrem Zimmer eine Handvoll Nüsse auf. Allerdings keine Nüsse zum Essen. Sie waren nämlich allesamt vergoldet.

Mona zeigte Mama, was sie gefunden hatte.

„Warum ziehst du so ein langes Gesicht?“, fragte die. „Ich finde diese goldenen Nüsse bildschön. Es sind übrigens Walnüsse. Man kann die Runzeln in der vergoldeten Schale noch genau erkennen.“

„Walnüsse zum Essen wären mir lieber gewesen“, murmelte Mona.

„Willst du dem Christkind schon wieder vorschreiben, was es dir zu bringen hat?“, tadelte Mama sie. „Du solltest dich freuen über das, was du bekommst. Stattdessen maulst du, weil du etwas nicht bekommen hast.“

Mona schämte sich, trotzdem war sie enttäuscht. Und sie wunderte sich, dass ihr das Christkind nicht das Richtige gebracht hatte. Bisher hatte sie immer geglaubt, es wüsste alles.

Abends spielten Papa und sie mit der elektrischen Eisenbahn. Sie beluden die Waggons des Güterzugs mit den goldenen Nüssen. Es sah wunderhübsch und richtig weihnachtlich aus, wie sie im Licht der vielen Lämpchen blitzten, als der Güterzug damit durchs halbdunkle Zimmer fuhr.

Nach dem Abendessen seufzte Mona: „Ich hab immer noch Appetit auf Nüsse.“

„Dann musst du eben welche essen.“ Mama tat, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.

„Wie? Die goldenen?“, fragte Mona verwirrt.

„Nein. Die Walnüsse, die ich vom Einkaufen mitgebracht habe. Sie liegen im Wohnzimmer in der hölzernen Schale.“

Mona wollte loslaufen und stockte. „Und was ist mit dem Nussknacker?“

Mama schlug sich mit der Hand vor die Stirn. „Oh je! Das habe ich ganz vergessen. Tja, was machen wir denn da?“

„Vielleicht … ausnahmsweise … mit den Zähnen?“, schlug Mona vorsichtig vor.

„Auf keinen Fall! Hol du die Nüsse. Ich sehe ein letztes Mal in den Schubladen nach.“

Es stellte sich heraus, dass sie nicht länger nach dem Nussknacker zu suchen brauchten. Neben der Nussschale stand nämlich ein hölzerner Nussknackermann. Er hatte schwarze Haare, runde blaue Augen, einen Schnurrbart und trug einen blauen Anzug. Er grinste breit und zeigte dabei alle seine riesigen weißen Zähne. Mit denen konnte er Nussschalen zerbeißen, dass es nur so splitterte.

„Mit dem Nussknackermann ist es viel lustiger, Nüsse zu essen, als mit dem alten Nussknacker“, stellte Mona fest und drückte den Hebel an seinem Hinterkopf hinunter. Seine Kiefer schlossen sich, es krachte, und schon konnte Mona sich den süßen Kern in den Mund stecken.

Papa, Mama und sie knackten gemeinsam Nüsse, bis kaum noch welche übrig waren.

Die goldenen Nüsse waren weg, als Mona ins Bett ging. Und der Nussknackermann verschwand über Nacht.

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20. Dezember: Puppen

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20. Dezember — Puppen

Eva Markert: Ein ganz besonderer Adventkalender. Eine WeihnachtserzählungMona öffnete das Türchen Nummer zwanzig und staunte. Das Puppenmädchen auf dem Bild sah genauso aus wie Katrin, ihre Lieblingspuppe. Sie hatte dieselben blonden Zöpfe und auch blaue Augen, rote Wangen und einen kleinen, rosa Mund.

Der Puppenjunge auf dem Bild hatte braune, wuschelige Haare. Einen Puppenjungen hatte Mona nicht. Es wäre prima, wenn sie einen bekäme.

Sie ging zur Puppenecke hinüber, wo die Puppen in ihren Betten schliefen, und nahm Katrin auf den Arm. „Vielleicht bekommst du heute Besuch“, erzählte sie ihr. „Wäre das nicht cool?“

Katrin hatte anscheinend wenig Lust darauf. Zumindest verzog sie keine Miene.
Später kamen tatsächlich zwei Puppen zu Besuch, allerdings nicht zu Katrin. Dazu waren sie zu klein. Und zu alt. Sie tauchten in der Puppenstube auf. Es waren ein Großvater und eine Großmutter, beide mit weißen Haaren. Die Großmutter hatte eine winzige runde Brille auf der Nase. Sie saß im Wohnzimmer in einem Sessel und strickte. Der Großvater lag im Kinderzimmer auf dem Boden und spielte mit den Kindern der Puppenstuben-Familie.

Mona musste sofort an ihren Opa denken. Der spielte auch oft mit ihr, wenn er zu Besuch war. Schade, dass er in einer anderen Stadt wohnte.

Früher hatte es auch mal eine Oma gegeben. Aber die war schon länger tot. Mona konnte sich kaum noch an sie erinnern, außer an eine Sache: Sie strickte gern und erzählte ihr dabei Geschichten.

Mona nahm den Jungen der Puppenstuben-Familie und setzte ihn zur Oma ins Wohnzimmer, damit sie ihm Geschichten erzählen konnte. Das Mädchen und der Opa gingen mit dem kleinen Hund der Puppenstuben-Familie spazieren. Sie wanderten zur elektrischen Eisenbahn hinüber. Der Großvater schaute sich alles an und das Kind spielte auf einer Wiese mit dem Hund. „Du hast es gut“, sagte Mona zu dem Mädchen. „Ich darf kein Tier haben!“

„Kein Grund, traurig zu sein“, rief der Opa zu ihr herüber. Er lehnte am Geländer der Eisenbahnbrücke. „Du musst nur warten, bis du groß bist.“
Mona seufzte. Das dauerte doch noch sooooo lange!

Mama kam rein und Mona zeigte ihr die Puppenstuben-Großeltern. „Diesmal hat das Christkind es nicht ganz richtig gemacht“, erklärte sie. „Die Puppen sehen total anders aus als die auf dem Bild im Adventskalender!“

Mama schüttelte missbilligend den Kopf. „Bist du aber pingelig!“

Nein, pingelig wollte Mona nicht sein. Deshalb sagte sie nichts mehr.

Es machte ihr heute besonders viel Spaß, mit der Puppenstube zu spielen. Zu gern würde sie die Großeltern behalten! Sie überlegte hin und her, wie sie das anstellen könnte. Es gab nur eine Möglichkeit: Sie musste die Puppen gut verstecken, damit das Christkind sie nicht finden konnte. Bloß wo? Unter dem Bett? Im Schrank zwischen den Pullovern? Oder in einer Kommodenschublade? Nein, alle diese Verstecke waren zu einfach.

Als sie in ihren Pyjama schlüpfte, kam ihr eine Idee. Der Pyjama hatte tiefe Taschen. Darin guckte das Christkind bestimmt nicht nach. Und falls doch, wäre es auch nicht schlimm. Dann würde sie aufwachen und könnte das Christkind endlich mal sehen. Und außerdem könnte sie es vielleicht überreden, ihr die Puppen nicht wegzunehmen.

Schnell steckte sie die Puppenstuben-Großeltern in die Pyjamataschen. Einfach war die Sache nicht. Mona lag stocksteif im Bett, weil sie Angst hatte, die Puppen zu zerdrücken. Außerdem bekam sie ein richtig schlechtes Gewissen. Was sollte das Christkind von ihr denken! Da war es so lieb und lieh ihr dauernd Geschenke, und sie versuchte, es zu überlisten!

Nach einer Weile knipste Mona das Licht an und tappte auf bloßen Füßen zur Puppenstube hinüber. Sie setzte die Großeltern auf die Veranda, damit das Christkind sie leicht finden konnte. „Auf Wiedersehen, Puppen-Opa. Auf Wiedersehen, Puppen-Oma“, sagte sie. „Grüßt bitte das Christkind von mir!“

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